20. Oktober 2009

Ein Tag im Universum

Gestern waren wir in Bremen. Genauer gesagt in Bremens Universum Science Center. Das Universum ist eine Art Museum für Wissenschaft und Technik zum Anfassen und Mitmachen.

Die Fahrt von Minden nach Bremen ist allerdings jedes Mal ein Drama. Und spätestens in Bremen beschlich uns das Gefühl, dass wir wohl doch in nächster Zeit dringend ein Update für unser Navi brauchen, da wir uns wieder einmal herrlich (haha) verfahren haben und nur unter Mißachtung diverser Verkehrsschilder zum Universum fanden, denn erstaunlicherweise führte uns TomTom wieder einmal zu einer Stadtautobahnauffahrt, auf die wir von der Straße, auf der fuhren, eigentlich nicht hätten auffahren dürfen, OBWOHL dort eine befahrene Auffahrt ist.
Aber das ist ein anderes Thema...
Nach nur zweieinhalb Stunden Fahrt (für die 113 km von Minden zum Universum)konnten wir uns jedenfalls endlich wieder ins Abenteuer stürzen.

Das Universum ist in die drei Hauptbereiche "Erde", "Mensch" und "Kosmos" gegliedert.
Wir haben mit der Expedition "Mensch" begonnen, die man über die Nachbildung einer Gebärmutter betritt. Dort ist alles schön schummrig dunkel. Es gibt viele kleine kuschelige Nischen, in die man sich lümmeln und den Geräuschen aus der (Hör-)Sicht eines Fötus´ lauschen kann. Die anschließende Geburt allerdings gestaltet sich deutlich einfacher, weil der Ausgang doch etwas weiter ist als der Muttermund.

Die erste Station, zu der man gelangt, lässt uns einen Vergleich anhand von 8 spezifischen Körpermerkmalen zu den bisherigen Besuchern erstellen. So vergleicht man z.B. seine Haar- oder Augenfarbe mit Schautafeln und gibt die Ergebnisse später in eine Datenbank ein, die preisgibt, wieviele Nutzer bislang die gleichen Ergebnisse eingegeben haben.
Bei mir waren die Ergebnisse die gleichen wie bei 116 von 953.763 anderen Menschen, die diesen Test gemacht haben.

Weiter führt einen die Expedition "Mensch" zu den Bereichen "Sehen", "Fühlen", "Riechen", "Hören", dem "Gleichgewicht" und der Psyche - ein Bereich, in dem z.B. die Angst thematisiert wird.

Dort kann man sich bei einem dieser Exponate unter einen riesigen, an Seilen hängenden, Stein legen. Über die Lautsprecher auf beiden Seiten des Kopfes wird einem dadurch Angst eingeflößt, indem der Sprecher einem mitteilt, was alles passieren würde, wenn der Stein sich auch seiner Verankerung löse. Liegt man lange genug unter dem Stein und lauscht der Stimme, wird einem in der Tat ziemlich mulmig und der kalte Angstschweiß bricht aus. Buäh!


Immer wieder sehr schön und spaßig ist auch das Labyrinth in vollkommener Dunkelheit, in der man sich komplett auf seinen Tastsinn verlassen muss, um ans Ende zu finden. Dabei ertastet man die unerwartesten Dinge - und das sind nicht nur defekte Lichtschalter an der Wand. ;-)

Als nächstes begaben wir uns auf eine Reise zum Mittelpunkt der Erde, von wo aus wir zur Expedtion "Erde" gestartet sind.
Auf dieser Expediton lernt man viel über die Enstehung der Erde, ihre fortwährende Wandlung, die Entstehung von Ebbe und Flut, wie Erdbeben entstehen und welche Folgen sie haben (und hätten haben können), wie sich die verschiedenen Zeitalter entwickelt haben und wie weit sich Bremen im Laufe der Kontinentalplattenverschiebungen von New York entfernt. Sehr lustig ist in diesem Bereich der Erdbebensimulator, den man keinesfalls verpassen darf.

Bevor wir aber zur nächsten Expedition aufbrachen, brauchten wir erst einmal einen kleinen Imbiss, weil ich das Gefühl hatte, vor lauter Hunger schon ganz zittrig auf den Beinen zu sein. Die Jungs hatten natürlich wie sowieso immer Hunger.
Nach einem kurzen Blick auf die Preistafel und die bereits ausgegeben Speisen der anderen Gäste entschieden wir uns schlicht für die unverschämt teuren Pommes Frites (mit 2,60 € mit Ketchup und Mayo pro Nase ein echter Preiskracher), die sich als echter Fehler entpuppten, weil ich die für den Rest des Tages wiedergekäut habe. Ich weiß schon, warum ich bestimmte Speisen mittlerweile normalerweise meide.

Frisch gestärkt ging es erst einmal im Außengelände mit dem neuen Entdeckerpark weiter. Neu deshalb, weil es diesen Bereich bei unserem letzten Besuch vor 4 Jahren noch nicht gab.
Dort kann man den Turm der Lüfte besteigen, von wo aus man einen fantastischen Blick auf das gesamte Areal hat.

Es gibt Wasserbecken mit Archimedischen Schrauben, diverse andere Wasserpumpen, eine "Fotobox" in der man entdecken kann, wie ein Fotoapparat funktioniert und einen Mondhüpfer.
Mit dem Mondhüpfer kann man herausfinden, wie es sich theoretisch anfühlen würde, wenn man auf dem Mond herumhüpfen würde.
Wäre es etwas wärmer gewesen, hätte man sich sicherlich noch ein oder zwei Stündchen länger im Außenbereich aufgehalten, so aber waren wir froh, dass im Innenbereich noch die Expediton "Kosmos" auf uns wartete.

Diesen Teil erreicht man mit einer Fahrt durch Raum und Zeit (gesprochen von der deutschen Synchronisationsstimme von Jean-Luc Picard - sehr schön ;-) ).
Man erfährt jede Menge über den Anfang von allem, die Enstehung, den Zusammenhang der Planeten und der Sonne und kann sich am Spielplatz der Kräfte mit Wissenschaft und Technik spielerisch auseinandersetzen.


Nach fünfeinhalb Stunden waren wir jedenfalls ordentlich vor lauter Eindrücken und Lauferei geplättet und sind glücklich über soviel Input nach Hause gedaddelt. Das Leben kann doch ganz schön spannend sein.

Kommentare:

thecoyote hat gesagt…

Will auch. :(


(Was ist eigentlich schlimm daran, immer Hunger zu haben?)

Perle hat gesagt…

Du warst doch auch schon mit uns in sowas, Coyote. Erinnerst Du Dich? - Im Phaeno in Wolfsburg. http://www.phaeno.de/

@all: Auch das Phaeno ist sehr zu empfehlen. Vielleicht sogar noch etwas mehr, weil es einfach noch neuer ist und dementsprechend gibt es dort weiter entwickelte Versuchsreihen zu untersuchen.

Nictom hat gesagt…

Hättest doch was gesagt, haben wir in Lüdenscheid auch. Die Phänomenta.
Fürs nächste Mal, oder wenn der Coyote mal vorbeischaun will.

Perle hat gesagt…

@Nictom:
Wir waren ja bestimmt nicht zum letzten Mal in Lüdenscheid. ;-)

Schnute hat gesagt…

Ohhhh... ich mag solche Museen. Irgendwie bin ich ja doch ein Spielkind. Wir waren in Dänemark in einem Küstenschutzcenter, wo man ganz viel selber rund um Wasser, Wind, Wellen, Strömung, Sandbänke und Co. ausprobieren konnte. Spannend!!

thecoyote hat gesagt…

Natürlich erinnere ich mich ans Phaeno. So schlecht ist mein Gedächtnis dann doch noch nicht. Will trotzdem auch...

Tini hat gesagt…

Hi Du,

klingt nach einem tollen Tag in Bremen.
Herbstferien, gell ? Millionen Tage zu überbrücken, ich kenne das.

Du hast einen schönen Blog, werde ich im Auge behalten.

Lieben Gruß aus der NRW-Nachbarschaft ! ;o))

Tini

thecoyote hat gesagt…

Obwohl es am Thema vorbei ist:

Perleeeeeeeeeeeee!!! Schau mal:

http://quizfarm.com/quizzes/new/iNDERU/which-discworld-character-are-you-like-with-pics

Gruß von "Lord Vetinari" Coyote

(Hmm... Angua...)

Perle hat gesagt…

Danke, Lord Vetinari(Warum wundert mich Dein Ergebnis eigentlich nicht?)
Diesen Test musste ich natürlich gleich machen. Das Ergebnis kannst Du im nächsten Post nachlesen. *freu*

@Tini: Danke für das Lob. *nochmal freu*